Das Abendmahl neu entdeckt

Vergessenes Abendmahlsgeschirr in den Rotenburger Werken

Schwarz angelaufen und kaum zuzuordnen – so stand das Abendmahlsgeschirr wohl lange Jahre in einem Schrank der Rotenburger Werke und niemand wusste, wozu es dient.

Doch die Frage, wie wollen wir nach Corona in unserer Diakoniegemeinde Abendmahl feiern, und die Suche nach angemessenen Einzelkelchen rief Erinnerungen wach. Da gab es doch mal einen Gemeinschaftskelch. War da nicht auch eine Abendmahlskanne?

Wie durch Zauberhand stand einige Tage später ein ziemlich schwarz angelaufenes Abendmahlsgeschirr auf dem Schreibtisch der Geschäftsführung. Ein Silberschmied nahm es in Augenschein, gab Hinweise zur Reinigung und sprach von echtem Silber.

Nach einigen Anstrengungen zeigt das Abendmahlsgeschirr, bestehend aus Patene, Oblatendose, Kelch und Kanne, nun wieder seine ganze Schönheit. Alle Einzelteile bilden ein zusammengehöriges Set. Dem Design nach könnte es aus den siebziger Jahren stammen. Doch wir wissen es nicht. Vielleicht erzählt uns irgendwann jemand seine Geschichte. Das wäre schön.

Das Abendmahl neu feiern in der Diakoniegemeinde

Noch schöner aber ist, dass das Abendmahlsgeschirr zum Einsatz kommt. Denn zusammen mit neuen Einzelkelchen dient es jetzt wieder seiner Bestimmung.

In unterschiedlichen Gottesdiensten und in unregelmäßigen Abständen werden wir uns in der Diakoniegemeinde auf den Weg machen, das Abendmahl neu zu entdecken und unseren eigenen Weg der Feier zu finden.

Wie können Menschen, die bisher wenig Bezug zur Kirche haben, die Botschaft des Abendmahls für sich entdecken? Und wie können wir die Feier des Abendmahls so inklusiv gestalten, dass alle daran teilnehmen können, unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder eine andere Sprache sprechen?

Wir werden die tradierten Worte aus dem Neuen Testament sprechen lassen, aber auch nach eigenen suchen. Bei allem steht immer die Verheißung des Abendmahls im Mittelpunkt – und vielleicht auch ein klein wenig das wiederentdeckte Abendmahlsgerät.